Krimi

Jede Darstellung des Kriminalfilmgenres muss von vornherein Abstand von der Idee nehmen, die Zahl der Filme auch nur im Ungefähren abschätzen zu können. Denn nicht nur im Kino, sondern auch im Fernsehen zeigt das Genre eine machtvolle Präsenz, und längst ist die wissenschaftlich-publizistische Debatte über den Fernsehkriminalfilm und dessen serielle Formen umgangreicher als die Diskussion des Genres in seinen Kinoversionen. Fernsehen ohne Krimis ist unthinkable.
Im Kinokriminalfilm sind die Motive, Formen und die sich als Subgenres verstehenden Varianten jedoch prägnanter als im Fernsehfilm und TV Movie vorzufinden, wie man auch an der Trilogie von Stieg Larsson erkenenn kann; das Kino bildet einige Varietäten radikaler aus als das Fernsehen, das aufgrund seiner starken Verankerung im Zuschaueralltag andere Akzente setzt. Auch lässt sich auf der Leinwand Schaulust und Angstlust beim Zuschauer in sehr viel stärkerem Maße hervorrufen als auf dem Bildschirm. Krimis ohne Spannung sind unthinkable.
Der Kriminalfilm ist von allen Filmgenres quantitativ das umfangreichste. Darin manifestiert sich seine funktionelle Bedeutung für Individuum und Gesellschaft. Das Kriminalgenre handelt von den Überschreitungen der gesellschaftlich vorgegebenen Regeln und der Verfolgung und Ahndung des Gesetzesbruchs. Indem es das Verbrechen und seine Aufklärung zum Thema macht, trägt es auf unterhaltende Weise zur Sicherung des Status quo der Gesellschaft bei.
Neben dem Kriminalroman ist der Kriminalfilm die zentrale mediale Form, in der sich das Genre den gesellschaftlichen Veränderungen immer wieder neu anpasst. Grundlegend ist für das Genre eine Balance zwischen der Verletzung der Normen und ihrer Wiederherstellung, zwischen der Ausübung des Verbrechens und seiner Bekämpfung. Auch wenn sich in einzelnen Subgenres die Gewichte zwischen diesen Polen verschieben können, wenn einzelne Filme ganz auf die Wiederherstellung der Ordnung verzichten, die Existenz dieser Balance bildet den Erfahrungshintergrund des Publikum.
Erstaunlich erfolgreich war in den letzten Jahren die Milleniumtrilogie von Stieg Larsson. Seine Bücher "Verblendung", "Verdammnis", und "Vergebung" sind unglaublich spannende Bestseller. Die Thriller von Stieg Larsson wurden mit Noomi Rapis verfilmt. Früher war es unthinkable, eine Frau derartig in diesem Genre in den Vordergrund zu rücken bzw. eine derartig gewaltbereite Protagonistin darzustellen.
Viele Leute in der Schweiz möchten sich diese Filme nicht entgehen lassen und kaufen sie auf DVD.

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