Abenteuer

Stoff- und motivgeschichtlich weist der Abenteuerfilm auf die populäre Literatur des 19. Jh.s zurück. Es sind Autoren wie Alexandre Dumas, Rider Haggard oder Jules Verne, später dann Jack London, Joseph Conrad und Rudyard Kipling gewesen, die die Erfolgsgeschichte des Genres im Film vorbereiteten und fortschrieben. Abenteuer Filme haben an vielen Seiten ausfransende Ränder, weil manche Genres auf ähnlichen Fundamenten aufruhen: wenn Natur im Spiel ist, wenn es um Reisen geht, um Schätze, die erobert werden wollen. Zahllose Western- oder Fantasyfilme sind eigentlich Abenteuerfilme, und Abenteuerliches findet sich in der Science Fiction ebenso wie im Katastrophen- oder Spionagefilm.
Das schlechte Ende ist im Abenteuerfilm äusserst selten. Abenteuer Filme sind Erfolgsgeschichten. Das Abenteuer frisst seine Helden nicht, sondern lässt sie reifen, wartet mit Belohnung und Ehre. Hat alles Mühen nicht genutzt und ist der Tod Lohn der Angst: dann entsteht eine melodramatische Spannung, ein fast tragischer Effekt stellt sich ein. Oder es wird ein Rekurs genommen auf die Werte und die Motive, die die Helden überhaupt erst ins Abenteuer hineingehen liessen und die sich nun, am Ende, als egoistisch und auf puren Materialismus reduziert herausstellen.
Indiana Jones ist typisch für Abenteuer Filme. Die Trilogie Indiana Jones ist eine bunte Bricolage aus Film- und Genreversatzstücken, die zitiert und oft auch persifliert werden. Paradigmatisch dafür ist der Beginn des zweiten Teils, Temple of Doom: Dieser wird eröffnet mit einer Revuenummer mit Tanzmädchen und einer Sängerin, die an klassische Hollywoodmusicals angelehnt ist; danach geht der Film über ins Milieu eines chinesischen Nachtclubs, wo wie im Gangsterfilm Herren in dunklen Anzügen krummen Geschäften nachgehen, um dann im Hauptteil bei den Colonial Adventures um die britische Herrschaft in Indien anzukommen: eine Kompilationstechnik, die in allen drei Teilen von Indiana Jones eingesetzt wird.
Das Prinzip des Seriellen spielt für die Gestaltung der Filme ebenfalls eine wichtige Rolle. Das betrifft sowohl die Verwendung identischer Figuren und Motive in verschiedenen Teilen als auch die Plotstruktur der Filme. Jeder Teil der Trilogie beginnt mit einem Prolog sowie einer Pre-Title-Sequenz, die inhaltlich mit der übrigen Filmhandlung nur wenig zu tun hat. In der Schweiz kaufen viele Filmliebhaber die spannenden Indiana-Jones-Movies auf DVD.

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